Brennerpass: A13-Baustelle, Staus und Sperren 2026


Brennerpass und A13-Sanierung im Jahr 2026. Behinderungen, Staus und Vorbereitung auf die Reise
Die Route über den Brennerpass ist eine der wichtigsten Straßenverbindungen zwischen Österreich und Italien. Sie wird unter anderem von Fahrern genutzt, die aus Mitteleuropa in die Dolomiten, an den Gardasee, nach Verona, Venedig, in die Toskana und weiter in den Süden Italiens fahren. Im Jahr 2026 erfordert die Durchfahrt jedoch eine sorgfältigere Planung. Die größte Bedeutung hat der Umbau der Luegbrücke auf der österreichischen Autobahn A13, doch Arbeiten werden auch im Raum Innsbruck sowie auf italienischer Seite auf der Autobahn A22 durchgeführt.
Warum ist die Route über den Brennerpass so wichtig?
Der Brennerpass liegt an der Grenze zwischen Österreich und Italien und bildet seit vielen Jahren einen der wichtigsten Verkehrskorridore in den Alpen. Von österreichischer Seite führt die Autobahn A13 zu ihm, die im Raum Innsbruck beginnt. Nach dem Grenzübertritt geht die Straße in die italienische Autobahn A22 über, die über Sterzing, Bozen, Trient und Verona in Richtung Modena verläuft.
Für Reisende aus Mitteleuropa ist dies eine natürliche Wahl, besonders wenn das Reiseziel Nord- und Mittelitalien ist. Die Route ist bequem, gut ausgeschildert und verläuft über weite Strecken auf Autobahnen. Das Problem besteht darin, dass sich selbst eine geringe Kapazitätsbeschränkung im Raum Brenner schnell in kilometerlange Staus umsetzt. Der enge alpine Korridor bietet keine einfachen Umfahrungsmöglichkeiten, und der Pkw-Verkehr überlagert sich mit einem sehr hohen Lkw-Aufkommen.
In der Sommersaison kommen zum täglichen Güterverkehr tausende Fahrzeuge mit Touristen hinzu. Die größte Belastung tritt bei den Wochenend-Turnuswechseln auf, vor Feiertagen, nach dem Ende der Ferien in den einzelnen Ländern sowie an Tagen, an denen zusätzliche Beschränkungen für Lkw gelten. Ein Teil der Spediteure versucht dann, die Strecke kurz vor Beginn des Fahrverbots oder unmittelbar nach dessen Ende zu bewältigen, was ebenfalls zu einem plötzlichen Verkehrsaufkommen führen kann.
Sanierung der Luegbrücke auf der Autobahn A13
Die wichtigste Baumaßnahme, die die Durchfahrt über den Brenner beeinflusst, ist der Neubau der Luegbrücke. Das Bauwerk befindet sich auf der österreichischen A13, südlich von Innsbruck, im Bereich der Ortschaft Gries am Brenner. Die bisherige Konstruktion war über ein halbes Jahrhundert in Betrieb und hat das Ende ihrer vorgesehenen Nutzungsdauer erreicht. Aus diesem Grund wurde es notwendig, ihre Belastung zu begrenzen und einen umfassenden Umbau zu beginnen.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt auf der Brücke grundsätzlich der Verkehr auf einer Spur je Richtung. Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Verengung wegen einer Fahrbahnreparatur, sondern um einen Teil eines mehrjährigen Vorhabens. Fahrer sollten die eingeschränkte Kapazität daher als festen Bestandteil der Reise über den Brenner im Jahr 2026 betrachten und nicht als sporadische Behinderung.
Der neue Übergang wird in Etappen realisiert, um die wichtige Verbindung zwischen Österreich und Italien nicht zu sperren. Die erste neue Konstruktion soll den Verkehr übernehmen, bevor mit dem Abriss weiterer Teile der alten Brücke begonnen wird. Am Ende sollen zwei getrennte Bauwerke entstehen, je eines für jede Fahrtrichtung. Diese Art der Bauausführung erlaubt es, den Verkehr aufrechtzuerhalten, erfordert jedoch zahlreiche Änderungen der Verkehrsführung, Geschwindigkeitsbegrenzungen und zeitweise Spurverlegungen.
Was bedeutet die Sanierung für Pkw?
Vor allem eine geringere Kapazität und das Risiko eines plötzlichen Staus. Selbst wenn der Verkehr vor der Brücke flüssig wirkt, kann die Kolonne an der Verengung, beim Einfädeln einer zusätzlichen Spur oder nach einem kleinen Unfall zum Stehen kommen.
Warum lassen sich nicht dauerhaft zwei Spuren halten?
Die alte Konstruktion muss vor übermäßiger Belastung geschützt werden. Der Betreiber wendet eine spezielle Verkehrsführung an und lässt einen breiteren Querschnitt nur zu bestimmten Terminen und nach festgelegten Regeln zu.
Bei der Freigabe von zwei Spuren wird ein System zur Trennung der Fahrzeuge nach ihrem Gewicht angewendet. Schwerere Fahrzeuge werden so geführt, dass die Belastung der Konstruktion begrenzt wird, während leichtere Fahrzeuge einen zusätzlichen Teil der Fahrbahn nutzen können. Deshalb sollte der Fahrer die Wechselverkehrszeichen und die Beschilderung über den Spuren beachten, anstatt sich ausschließlich nach den Angaben der Navigation zu richten.
Besondere Vorsicht ist beim Fahren mit einem Wohnmobil, Bus, Fahrzeug mit Anhänger oder großem SUV geboten. Über die Spurzuteilung entscheiden die Verkehrsführung und die Beschilderung. Man sollte nicht in letzter Sekunde die Spur wechseln, nur weil die Nachbarspur schneller vorankommt. Im Baustellenbereich sind die Spuren oft schmaler und der Spielraum für Fehler deutlich geringer als auf einem normalen Autobahnabschnitt.
Wie sieht die Verkehrsführung auf der Luegbrücke im Jahr 2026 aus?
Die ASFINAG veröffentlicht einen Jahreskalender für die Durchfahrt über die Luegbrücke. Sie weist darin die Tage mit einspurigem Verkehr aus, die geplanten Termine für die Freigabe von zwei Spuren, zusätzliche Beschränkungen für Lkw sowie mögliche Maßnahmen zur Verkehrsdosierung. Der Kalender ist ein wichtiger Anhaltspunkt, ersetzt aber nicht die Prüfung der Lage unmittelbar vor der Abreise.
Die Bedingungen können sich aufgrund eines Unfalls, einer Panne, schlechten Wetters, einer dringend nötigen Reparatur oder eines höheren als erwarteten Fahrzeugaufkommens ändern. Zwei geöffnete Spuren garantieren keine flüssige Durchfahrt, denn Verengungen gibt es auch vor und hinter der Brücke, und der Verkehr wird so gesteuert, dass die Konstruktion geschützt wird. Bei hohem Aufkommen kann selbst eine geringe Verlangsamung einen Stau von mehreren Kilometern verursachen.
| Situation | Was kann den Fahrer erwarten? | Wie bereitet man sich vor? |
|---|---|---|
| Normaler Werktag | Eine Spur je Richtung, Geschwindigkeitsbegrenzung, kurze Verzögerungen vor der Verengung. | Mindestens einige Dutzend Minuten Reserve einplanen und den Verkehr vor Innsbruck prüfen. |
| Sommer-Samstag | Hohes Aufkommen an Touristenverkehr, Möglichkeit kilometerlanger Staus auf beiden Seiten des Passes. | Fahrt in der Nacht, sehr früh am Morgen oder eine Verschiebung des Reisetages erwägen. |
| Freigabe von zwei Spuren | Höhere Kapazität, es gilt aber weiterhin die spezielle Fahrzeugtrennung und Beschränkungen. | Frühzeitig die richtige Spur wählen und die Beschilderung strikt befolgen. |
| Unfall oder Panne | Schnelles Anwachsen des Staus, begrenzte Abfahrtmöglichkeiten und lange Räumzeit. | Kraftstoffreserve und Wasser mitführen und keine weiteren Reservierungen „auf Kante" planen. |
| Zeitraum des Lkw-Fahrverbots | Weniger Lkw während des Verbots, aber mögliche Anhäufung vor und nach seiner Geltung. | Nicht nur die Verbotszeiten prüfen, sondern auch den erwarteten Verkehr auf dem gesamten Korridor. |
Umbau der Sillbrücke am Knoten Innsbruck Süd
Die Luegbrücke ist nicht das einzige sanierte Bauwerk auf der A13. Im Jahr 2026 läuft auch der Umbau der Sillbrücke in der Nähe des Knotens Innsbruck Süd. Es handelt sich um ein etwa zweihundert Meter langes Bauwerk, das hoch über dem Tal des Flusses Sill liegt und sich auf einem wichtigen Abschnitt der Zufahrt zur Brennerautobahn befindet.
Nach Angaben des Betreibers sollen während des Hauptteils der Arbeiten je zwei Spuren pro Richtung verfügbar sein. Das ist eine gute Nachricht, doch Fahrer können weiterhin auf schmalere Spuren, einen geänderten Fahrbahnverlauf, niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen und kurzzeitige Arbeiten mit zusätzlichen Sicherungen treffen. In Zeiten des größten Verkehrs kann sich eine Verlangsamung an der Sillbrücke mit einer weiter südlich vor der Luegbrücke entstehenden Warteschlange verbinden.
Der Knoten Innsbruck Süd ist auch aus Sicht der Maut von Bedeutung. Fahrer, die genau an dieser Stelle auf die A13 auffahren, können den mautpflichtigen Brenner-Abschnitt nutzen, ohne die österreichische Autobahn A12 zu befahren. Wer den Knoten über die A12 erreicht, muss jedoch an die Pflicht denken, eine gültige Vignette für die vignettenpflichtigen Abschnitte zu besitzen.
Arbeiten auf italienischer Seite: Autobahn A22 Brenner–Sterzing
Nach dem Grenzübertritt geht die österreichische A13 in die italienische A22 über. Auch auf diesem Abschnitt kann es zu Baustellen und zeitweisen Verkehrsumlegungen kommen. Im Juli 2026 informierte der A22-Betreiber unter anderem über eine geänderte Verkehrsführung auf dem Abschnitt zwischen Brennero Paese und Sterzing, wo der Verkehr auf eine Fahrbahn verlegt und in zwei Richtungen auf ausgewiesenen Spuren geführt wurde.
Eine solche Verkehrsführung verursacht nicht immer einen dauerhaften Stau, erhöht aber das Stau-Risiko an Tagen mit hohem Aufkommen erheblich. Das Problem wird besonders spürbar, wenn sich die Warteschlange von der österreichischen A13 über die Grenze schiebt oder wenn es auf dem italienischen Abschnitt zu einem Unfall kommt. Dann kann der Fahrer die Luegbrücke passieren und trotzdem erneut vor Sterzing stecken bleiben.
Weiter südlich werden auch auf anderen Teilstücken der A22 Sanierungsarbeiten durchgeführt. Ihre Lage und ihr Umfang ändern sich im Laufe der Saison, deshalb sollte man den Reiseplan nicht allein auf einer Information stützen, die einige Wochen zuvor gelesen wurde. Vor der Abreise sollte man die Meldungen des Betreibers Autostrada del Brennero, die Verkehrsprognose sowie aktuelle Verkehrsereignisse prüfen.
Die A22 ist im Schrankensystem mautpflichtig. Bei der Einfahrt zieht man ein Ticket, die Maut wird bei der Abfahrt von der Autobahn entrichtet. In Zeiten hohen Verkehrs können sich auch an den Mautstellen Warteschlangen bilden, besonders wenn ein Teil der Fahrer die falsche Spur wählt oder erst am Schalter nach der Zahlkarte sucht. Es lohnt sich, die Karte oder das Bargeld vorher bereitzulegen und die Kennzeichnungen über den Schranken zu beachten.
Wann entstehen auf der Route über den Brenner die größten Staus?
Das höchste Verkehrsaufkommen ist an den Sommerwochenenden zu erwarten. In Richtung Italien sind besonders die Samstagvormittage schwierig, wenn Touristen aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Polen und anderen Ländern in den Süden fahren. In nördlicher Richtung treten Staus oft an Samstagnachmittagen und an Sonntagen auf, wenn die Turnusse enden und die Rückreisen beginnen.
Es gibt keine einzelne Uhrzeit, die eine leere Straße garantiert. Eine sehr frühe Abfahrt am Morgen kann helfen, doch zu beliebten Terminen wenden viele Fahrer dieselbe Strategie an. Die Nachtfahrt ist manchmal ruhiger, allerdings müssen mögliche Nachtarbeiten, Beschränkungen für schwere Fahrzeuge und die Müdigkeit des Fahrers berücksichtigt werden. Sicherheit ist wichtiger als der Versuch, einige Dutzend Minuten einzusparen.
Zeiträume mit erhöhtem Risiko
- die ersten Wochenenden der Schulferien in Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen,
- Samstage an der Wende von Juli und August,
- lange Wochenenden und Feiertage in Österreich, Deutschland und Italien,
- Anfangs- und Endtage beliebter Urlaubsturnusse in Norditalien,
- Zeiträume nach dem Ende des Lkw-Fahrverbots,
- Tage mit heftigem Regen, Gewittern oder plötzlich verschlechterter Sicht.
Es ist zu bedenken, dass ein Stau schon weit vor dem eigentlichen Pass beginnen kann. Von Norden entstehen Warteschlangen bereits auf der Zufahrt nach Innsbruck, auf der A12 sowie vor dem Auffahren auf die A13. Von Süden kann sich die Verlangsamung von Sterzing in Richtung Grenze ziehen. Die Information in der Navigation, die sich ausschließlich auf den Punkt „Brennerpass" bezieht, zeigt daher nicht das vollständige Bild der Lage.
Lohnt es sich, die A13 und den Brennerpass zu umfahren?
Die Entscheidung für eine Umleitung sollte von der aktuellen Lage, der Fahrzeugart, dem Ausgangspunkt der Reise und dem Ziel in Italien abhängen. Nicht jede Umleitung, die auf der Karte attraktiv aussieht, spart tatsächlich Zeit. Die lokalen Straßen in Tirol sind oft schmal, führen durch Ortschaften und können saisonalen Beschränkungen unterliegen, die die Einwohner vor Durchgangsverkehr schützen sollen.
Die österreichischen Behörden führen zeitweise Abfahrverbote von den Autobahnen für den Durchgangsverkehr ein. Die Navigation kann vorschlagen, die A12 oder A13 zu verlassen, doch das Verkehrszeichen oder die Anweisung der Polizei haben Vorrang vor der vorgegebenen Route. Der Versuch, einige Kilometer Stau durch lokale Dörfer zu umfahren, kann mit einer Umkehr und einer erneuten Einfahrt in dieselbe Warteschlange enden.
Alternative über Salzburg und Villach
Fahrer, die in den östlichen Teil Italiens fahren, zum Beispiel in die Gegend von Venedig, Udine, Grado oder Triest, können eine Route über Salzburg, die Autobahn A10, Villach und den Grenzübergang Tarvis erwägen. Dies ist jedoch eine vom Ausgangspunkt abhängige Variante. Auch auf der A10 gelten Streckenmauten und es kommt zu Staus, besonders an den Tunneln Tauern und Katschberg.
Alternative über die Schweiz
Für Reisende in den Westen Italiens ist manchmal eine Route über die Schweiz sinnvoll. Man muss jedoch die Kosten der Schweizer Vignette, mögliche Staus am Gotthardtunnel sowie die größere Distanz berücksichtigen. Diese Variante lohnt sich selten allein deshalb, um einen kurzen Stau auf der A13 zu umgehen, kann aber bei sehr großen Behinderungen und einem entsprechend gelegenen Reiseziel vernünftig sein.
Bundesstraße B182 über den Brenner
Parallel zur A13 verläuft die Straße B182. Sie sollte jedoch nicht als sicheres Mittel zur Umfahrung eines Staus betrachtet werden. Sie führt durch Ortschaften, hat eine deutlich geringere Kapazität, und in Zeiten hohen Verkehrs können Transitbeschränkungen gelten. Nach dem Verlassen der Autobahn kann der Fahrer auf noch langsameren Verkehr treffen und den Bewohnern des Tals das Leben erschweren.
Österreich-Vignette und Maut für die Brennerautobahn A13
Die Brennerautobahn A13 unterliegt einer österreichischen Streckenmaut. Das bedeutet, dass für die Fahrt auf diesem Abschnitt gesondert bezahlt wird. Die A13 selbst kann ohne österreichische Vignette genutzt werden, wenn der Fahrer bei der Anschlussstelle Innsbruck Süd auffährt und zuvor keine vignettenpflichtigen Autobahn- oder Schnellstraßenabschnitte nutzt.
In der Praxis erreichen die meisten Fahrer aus Polen Innsbruck über das österreichische Autobahnnetz, einschließlich der A12, und benötigen deshalb sowohl eine gültige Vignette als auch die Streckenmaut für die A13. Vor der Abreise kann man die Vignette für Österreich online kaufen, indem man das korrekte Kennzeichen und das Zulassungsland des Fahrzeugs eingibt. Wer den Brenner-Abschnitt selbst betrifft, findet alle Details auf der Seite zur A13 Brenner Streckenmaut.
Die Daten sollten vor der Bestätigung der Bestellung genau geprüft werden. Eine mit einem Buchstaben verwechselte Ziffer, ein fehlendes Zeichen oder ein falsches Zulassungsland können dazu führen, dass das Kontrollsystem die Zahlung nicht erkennt. Die Kaufbestätigung sollte man im Telefon aufbewahren und zusätzlich als Datei herunterladen, um auch bei schlechtem Empfang darauf zugreifen zu können.
Auf italienischer Seite gilt auf der A22 ein eigenes Mautsystem. Dort gibt es keine italienische Vignette. Der Fahrer zieht bei der Einfahrt ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt für den tatsächlich gefahrenen Abschnitt. Bei Verlust des Tickets kann der Betreiber die Maut nach den für die Fahrt ohne Ticket vorgesehenen Regeln berechnen, deshalb sollte man es an einem sicheren und leicht zugänglichen Ort ablegen.
Wie bereitet man sich 2026 auf die Fahrt über den Brenner vor?
Eine gute Vorbereitung beseitigt die Baustelle nicht, kann aber Stress und das Risiko einer Verspätung verringern. Der häufigste Fehler ist die Planung der Route nach der Zeit, die die Karte im Moment der Reiseplanung angibt, ohne Reserve für Staus. Bei der Fahrt über die A13 in der Sommersaison sollte man einen flexiblen Spielraum lassen, besonders wenn unterwegs ein Check-in in einer Ferienwohnung, eine Fährüberfahrt oder eine Schlüsselübergabe zu einer bestimmten Uhrzeit geplant ist.
Vor der Abreise
- den Verkehrsführungskalender für die Luegbrücke prüfen,
- aktuelle Meldungen der ASFINAG und des A22-Betreibers ansehen,
- die richtige Vignette und Streckenmaut kaufen,
- eine Alternativroute notieren, aber nicht ohne Bestätigung abfahren,
- das Tanken vor dem Abschnitt mit dem höchsten Aufkommen einplanen.
Im Fahrzeug
- Wasser für alle Insassen mitführen,
- das Telefon laden und ein Kabel oder eine Powerbank mitnehmen,
- regelmäßig eingenommene Medikamente bereithalten,
- für eine Kraftstoff- bzw. Batteriereserve sorgen,
- die Pause nicht auf den letzten Moment verschieben.
1. Prüfen Sie die Lage am Reisetag
Meldungen von vor einer Woche können bereits überholt sein. Prüfen Sie morgens die Verkehrskarte der ASFINAG, die Verkehrskameras und die Informationen der A22. Wiederholen Sie die Kontrolle an einem Rastplatz vor Innsbruck. Wenn ein Beifahrer mitfährt, kann dieser die Meldungen laufend verfolgen. Der Fahrer sollte das Telefon während der Fahrt nicht bedienen.
2. Planen Sie das Tanken nicht auf Reserve
Im Stau verbraucht das Fahrzeug Kraftstoff, im Sommer läuft zusätzlich die Klimaanlage. Auch Elektrofahrzeuge verbrauchen Energie für die Kühlung des Innenraums und des Antriebs. Es lohnt sich, mit einer ausreichenden Reserve auf die A13 aufzufahren. Ladesäulen an beliebten Punkten können belegt sein, deshalb sollte man die weitere Reise nicht von einem einzigen konkreten Ort abhängig machen.
3. Halten Sie in Verengungen Abstand
Auf sanierten Brücken und bei Verkehrsumlegungen sind die Spuren schmaler. Zu dichtes Auffahren erhöht das Risiko eines Auffahrunfalls, der den gesamten Korridor blockieren kann. Man sollte abrupte Spurwechsel vermeiden und Fahrzeuge nach dem Reißverschlussprinzip einfädeln lassen, wo eine Spur endet.
4. Bilden Sie eine Rettungsgasse
Wenn der Verkehr sich verlangsamt oder zum Stehen kommt, sind Fahrer in Österreich und Italien verpflichtet, eine Durchfahrt für Rettungskräfte freizuhalten. Auf einer Fahrbahn mit zwei Spuren fahren die Fahrzeuge der linken Spur maximal nach links, die der rechten Spur maximal nach rechts. Die Rettungsgasse bildet sich sofort, nicht erst, wenn eine Sirene zu hören ist.
5. Halten Sie nicht an unzulässigen Stellen
Das Halten auf dem Pannenstreifen ist ausschließlich bei einer tatsächlichen Panne oder Gefahr zulässig. Das Anhalten, um zu telefonieren, den Fahrer zu wechseln oder ein Foto von den Bergen zu machen, kann gefährlich sein und den Rettungskräften die Durchfahrt erschweren. Eine Pause sollte auf einem Parkplatz oder einer Raststätte gemacht werden.
6. Bereiten Sie Kinder auf einen längeren Abschnitt vor
Eine Reise mit Kindern erfordert mehr Reserve. Es lohnt sich, eine Pause vor Innsbruck oder vor der Auffahrt auf die A13 einzuplanen, um nicht in dem Moment eine Toilette suchen zu müssen, in dem das Fahrzeug in einer stehenden Kolonne feststeckt. Griffbereit sollten Getränke, ein leichter Snack und die für die Pause nötigen Dinge sein, nicht auf dem Boden des Kofferraums.
7. Berücksichtigen Sie das Wetter in den Alpen
Selbst im Sommer kann sich das Wetter im Raum Brenner schnell ändern. Heftiger Regen, Gewitter und eine niedrige Wolkenuntergrenze verschlechtern die Sicht und erfordern bei verengten Spuren noch mehr Vorsicht. Die Temperatur auf dem Pass kann deutlich niedriger sein als in der Poebene, deshalb lohnt es sich, bei einem längeren Aufenthalt einen leichten Pullover oder eine Jacke im Fahrzeug zu haben.
Fahrt mit Wohnmobil, Bus oder Anhänger
Fahrer größerer Fahrzeuge sollten besonders auf die Spurbreite und die Beschilderung vor der Luegbrücke achten. Während der speziellen Verkehrsführung können einzelne Fahrzeugkategorien auf bestimmte Spuren geleitet werden. Die Informationen auf den Wechselverkehrszeichen sind wichtiger als die Hinweise der Navigations-App.
Vor der Reise sollte man das tatsächliche zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs und des Gespanns prüfen. Das ist nicht nur für die Verkehrsführung auf der Brücke von Bedeutung, sondern auch für die Höhe der Maut, die Beschränkungen und die Verkehrspflichten. Beim Wohnmobil sollte man sicherstellen, dass das Gepäck richtig gesichert ist. Ein abruptes Bremsen im Stau kann lose Gegenstände im Wohnbereich verrutschen lassen.
Das Fahren mit einem Wohnwagen erfordert einen größeren Abstand und ruhige Manöver. In einer Verengung sollte man nicht versuchen zu überholen, nur um einige Positionen zu gewinnen. Der Zeitunterschied ist gering, das Risiko einer Berührung mit der Leitplanke oder dem Nachbarfahrzeug jedoch deutlich größer.
Was tun bei einer Panne auf der A13 oder A22?
Bei einer Panne sollte man das Fahrzeug nach Möglichkeit in einer Bucht oder auf dem Pannenstreifen abstellen, die Warnblinkanlage einschalten und die Stelle vorschriftsmäßig sichern. Die Insassen sollten das Fahrzeug auf der vom Verkehr abgewandten Seite verlassen und hinter die Leitplanke gehen, sofern dies möglich und sicher ist. Warnwesten bewahrt man am besten im Innenraum auf, nicht unter dem Gepäck.
Auf einem sanierten Abschnitt können die Haltemöglichkeiten begrenzt sein. In einem Tunnel oder auf einer Brücke sollte man das Notruftelefon oder die Nummer 112 nutzen und die Fahrtrichtung, die Straßennummer sowie den nächsten Kilometer oder einen markanten Punkt genau angeben. Man darf nicht selbstständig auf der Fahrbahn nach Hilfe suchen.
Vor einer Auslandsreise lohnt es sich, den Umfang des Schutzbriefs in der Versicherung zu prüfen. Nicht jede Grundleistung umfasst das Abschleppen über eine große Distanz, ein Ersatzfahrzeug, eine Übernachtung und Hilfe für den Wohnwagen. Die Daten des Versicherers sowie die Policennummer sollten auch offline verfügbar sein.
Brennerpass und A13-Sanierung – häufig gestellte Fragen
Ist die Brennerautobahn A13 gesperrt?
Nein. Die Strecke bleibt befahrbar, aber auf der Luegbrücke gilt als Grundregel eine Spur je Richtung. An ausgewählten Tagen werden zusätzliche Spuren freigegeben. Die Lage kann sich je nach Bauarbeiten und Verkehrsereignissen ändern.
Wie viel Zeit muss man zusätzlich einplanen?
An einem ruhigen Tag kann die Verzögerung gering sein, an einem Urlaubswochenende jedoch deutlich höher ausfallen. Ein einziger Wert lässt sich nicht angeben. Sicherer ist es, mindestens einige Dutzend Minuten Reserve einzuplanen und sich in der Hochsaison auf einen längeren Aufenthalt einzustellen.
Fährt man nachts staufrei über den Brenner?
In der Regel ist der Nachtverkehr geringer, das ist aber keine Garantie. Nachts können Arbeiten durchgeführt werden, die zusätzliche Einschränkungen erfordern. Außerdem müssen Müdigkeit und regelmäßige Pausen berücksichtigt werden.
Braucht man auf der A13 eine Vignette?
Die A13 selbst unterliegt einer Streckenmaut. Man kann bei Innsbruck Süd ohne Vignette auffahren, sofern man zuvor kein vignettenpflichtiges Netz nutzt. Die meisten Fahrer aus Polen nutzen jedoch die A12 und benötigen deshalb zusätzlich eine österreichische Vignette.
Deckt die Maut für die A13 auch die italienische A22 ab?
Nein. Es sind zwei getrennte Systeme. Für die österreichische A13 zahlt man eine Streckenmaut, auf der italienischen A22 zieht man ein Ticket und zahlt beim Abfahren die gefahrene Strecke.
Kann man den Stau über die B182 umgehen?
Nicht immer. Die Straße führt durch Ortschaften, hat eine geringere Kapazität und kann Transitbeschränkungen unterliegen. Ein Abfahren ist nur nach Prüfung der offiziellen Meldungen und der Beschilderung sinnvoll.
Betrifft die Sanierung nur die Luegbrücke?
Nein. Auf der A13 wird auch die Sillbrücke im Bereich Innsbruck Süd umgebaut, und auf italienischer Seite kommen auf der A22 weitere Arbeiten und Verkehrsumlegungen hinzu. Ihr genauer Umfang ändert sich im Laufe der Saison.
Wo kann man die aktuelle Lage prüfen?
Am zuverlässigsten sind die aktuellen Meldungen der ASFINAG, die Kameras an den österreichischen Autobahnen, die Informationen des A22-Betreibers sowie die Meldungen der Verkehrsleitzentrale Südtirol. Es lohnt sich, diese mit einer Navigation zu vergleichen, die die aktuelle Verkehrsdichte anzeigt.
Die wichtigsten Erkenntnisse vor der Reise
Die Route über den Brenner bleibt geöffnet und ist weiterhin die bequemste Verbindung zu vielen Regionen Italiens. Die Sanierung der Luegbrücke führt jedoch dazu, dass man die Durchfahrt nicht mehr ohne Zeitreserve planen kann. Eine Spur je Richtung, die zeitweise Freigabe der zweiten Spur, die Arbeiten an der Sillbrücke sowie die Baustellen auf der A22 bewirken, dass sich die Lage von Stunde zu Stunde ändern kann.
Die beste Strategie ist die Wahl eines weniger belasteten Termins, die Prüfung der Meldungen unmittelbar vor der Abreise, das Betanken des Fahrzeugs und die Vorbereitung der Dokumente sowie der Straßenmauten. Der Versuch einer improvisierten Umleitung über lokale Straßen bringt oft keine Ersparnis und kann mit einer Umkehr durch die Einsatzkräfte enden.
Bereiten Sie die Straßenmauten vor der Abreise vor
Fahren Sie durch Tschechien und Österreich in Richtung Brennerpass? Prüfen Sie die erforderlichen Mautgebühren schon vor Reisebeginn. Auf Winiety24.eu können Sie Vignetten online bestellen, darunter die Vignette für Tschechien sowie die Vignette für Österreich. Vergewissern Sie sich vor dem Kauf, dass Sie das korrekte Kennzeichen, das Zulassungsland und den richtigen Gültigkeitszeitraum eingeben.
Der Artikel hat informativen Charakter. Verkehrsführung, Bautermine und Beschränkungen können sich ändern. Vor der Reise sollten die aktuellen Meldungen der Straßenbetreiber sowie die Beschilderung auf der Strecke geprüft werden.


